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Helmberatung
Helmexperte
Motorradhelm-Kaufberatung

Vier Entscheidungen führen Dich zum passenden Helm

Ein Motorradhelm muss nicht nur gut aussehen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Einsatzbereich, Kopfform, Größe, Prüfstandard und Ausstattung. Die ausführlichen Antworten findest Du direkt darunter in den aufklappbaren Wissensbereichen.

1. Einsatz wählen

Straße, Tour, City, Rennstrecke, Chopper oder Gelände?

2. Passform prüfen

Kopfumfang messen, Kopfform beachten und den Helm lange genug probetragen.

3. Norm kontrollieren

Beim Neukauf auf die aktuelle ECE-22.06-Kennzeichnung achten.

4. Features vergleichen

Visier, Sonnenblende, Pinlock, Belüftung, Verschluss und Kommunikation.

Motorradhelm-Wissen

Alle wichtigen Fragen zum Motorradhelm

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Öffne die Themen, die für Deine Entscheidung wichtig sind. Die Inhalte erklären nicht nur, welchen Motorradhelm Du brauchst, sondern auch Passform, Materialien, Verschlüsse, Helmaufbau und die aktuelle ECE-Prüfung.

Der Motorradhelm – warum ist er mehr als nur Sicherheit?

Der Motorradhelm ist der wichtigste Schutz für den sensibelsten Bereich des Körpers: den Kopf. Motorradfahrende sitzen nicht in einer schützenden Fahrgastzelle. Bei einem Sturz muss der Helm deshalb Aufprallenergie aufnehmen, Belastungen verteilen und den Kopf vor direktem Kontakt mit Fahrbahn oder Hindernissen schützen.

Dass ein geeigneter Helm einen entscheidenden Unterschied macht, ist gut belegt. Häufig zitierte ältere Auswertungen nannten ungefähr 69 % weniger Kopfverletzungen und 42 % weniger tödliche Verletzungen. Die aktuelle Helm-Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation beschreibt sichere Qualitätshelme als lebensrettend und nennt eine Verringerung des Risikos von Hirnverletzungen um bis zu 74 %. Zur WHO-Leitlinie

In Deutschland schreibt § 21a StVO für Krafträder und bestimmte offene Kraftfahrzeuge über 20 km/h während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm vor. Auch in vielen anderen Ländern besteht eine Helmpflicht; die konkreten Regeln können sich jedoch unterscheiden.

Ein Motorradhelm ist gleichzeitig Teil Deiner Identität. Weil Gesicht und Kopf je nach Helmbauart teilweise oder weitgehend verdeckt sind, sprechen Form, Farbe, Design und Marke umso stärker für Deinen Stil. Sportlich, reduziert, retro, aggressiv oder auffällig: Der Helm darf Persönlichkeit zeigen. Die Reihenfolge bleibt trotzdem klar – zuerst müssen Prüfstandard, Passform und Einsatzbereich stimmen, danach kommt der Look.

Genau deshalb sind Motorradhelme für Helme Mädl mehr als irgendein Produkt. Wir möchten Dir nicht einfach einen Helm zeigen, sondern Dich zu der Bauart, Größe und Ausstattung führen, die wirklich zu Dir und Deinem Motorrad passt.

Welche Helmart passt zu mir und meinem Motorrad?

Die richtige Helmart hängt vor allem davon ab, wo, wie schnell und wie lange Du fährst. Ähnlich wie Laufschuh, Wanderschuh und Motorradstiefel unterschiedliche Aufgaben erfüllen, sind auch Motorradhelme für verschiedene Einsätze konstruiert. Die Bauart beeinflusst Abdeckung, Belüftung, Geräusch, Gewicht, Sichtfeld und Bedienkomfort.

Endurohelm – flexibel für Straße und Gelände

Ein Endurohelm passt zu Dir, wenn Du Onroad und Offroad kombinierst. Typisch sind ein markanter Kinnbereich, ein Helmschild und ein Visier. Bei vielen Modellen lassen sich Schild oder Visier abnehmen, sodass verschiedene Konfigurationen möglich sind. Solche Modelle werden häufig als vielseitige 3-in-1-Helme beschrieben. Ob und wie ein Helm ohne einzelne Bauteile gefahren werden darf, richtet sich immer nach Modellfreigabe und Bedienungsanleitung. Endurohelme passen besonders zu Reiseenduros, Supermotos und gemischten Touren.

Motocrosshelm – für MX, Supermoto und echtes Gelände

Einen Motocross- oder Crosshelm empfehlen wir, wenn Du überwiegend auf Cross-Strecken oder abseits befestigter Straßen fährst. Die weit vorgezogene Kinnpartie und die großzügige Belüftung sind auf körperlich anstrengende Offroad-Fahrten ausgelegt. Statt eines geschlossenen Straßenvisiers wird er meist mit einer passenden MX-Brille gefahren. Das Helmschild hilft gegen Sonne, Schmutz, aufgewirbelte Erde und kleine Steine. Für lange, schnelle Straßenetappen können Geräuschkomfort und Aerodynamik weniger tourentauglich sein als bei einem Integralhelm.

Jethelm – offen, luftig und nah am Fahrtwind

Ein Jethelm bedeckt Oberkopf, Hinterkopf und Ohrenbereich, besitzt aber kein festes Kinnteil. Viele Modelle sind mit Visier oder integrierter Sonnenblende erhältlich. Jethelme werden besonders gern auf Roller, Chopper, Cruiser und Retrobike gefahren. Das offene Gefühl bringt jedoch weniger Abdeckung im Gesichts- und Kinnbereich mit sich als eine geschlossene Bauform. Prüfe deshalb bewusst, ob dieses Verhältnis aus Freiheit, Komfort und Schutzumfang zu Deinem Einsatz passt.

Integralhelm – viel Abdeckung für Straße, Sport und Tour

Wenn Du häufig, schnell oder lange auf der Straße unterwegs bist, ist ein Integralhelm meist die naheliegende Wahl. Außenschale und festes Kinnteil bilden eine geschlossene Konstruktion; dadurch bietet diese Bauart eine umfangreiche Abdeckung von Kopf, Gesicht und Kinn. Das Visier schützt vor Fahrtwind, Insekten und Witterung.

Touring-Integralhelme legen häufig mehr Wert auf Geräuschkomfort, Sonnenblende, gute Belüftungsregelung, Pinlock-Vorbereitung und Platz für ein Kommunikationssystem. Racing-Helme sind stärker auf hohe Geschwindigkeiten, Aerodynamik, Stabilität, großes Sichtfeld in sportlicher Sitzposition und Rennstrecken-Features ausgelegt. Sie können dadurch weniger auf leisen Tourenkomfort optimiert sein.

Klapphelm – bequemer Einstieg und tourentaugliche Bedienung

Der Klapphelm ist eine Variante des geschlossenen Straßenhelms, bei der sich das Kinnteil nach oben bewegen lässt. Das erleichtert vielen Brillenträgern das Aufsetzen und ist beim Tanken, Sprechen oder an einer Pause praktisch. Einige Modularhelme lassen sich um ungefähr 180 Grad nach hinten klappen. Wichtig: Offen gefahren werden darf ein Klapphelm nur, wenn das konkrete Modell dafür zugelassen ist. Achte auf die P/J-Kennzeichnung und die Herstellerhinweise; eine reine P-Zulassung gilt nur für die geschlossene Position.

Chopper-, Retro-, Roller- und Streetfighter-Helme

Bezeichnungen wie Chopperhelm, Retrohelm, Rollerhelm oder Streetfighter Helm beschreiben häufig Stil und Zielgruppe, nicht immer eine eigenständige technische Bauart. Dahinter können Jet-, Integral- oder andere Konstruktionen stehen. Vergleiche deshalb zusätzlich immer tatsächliche Abdeckung, ECE-Kennzeichnung, Passform und Ausstattung.

Aus welchem Material besteht ein Motorradhelm?

Motorradhelme bestehen außen meist aus Thermoplast oder aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen. Im Shop findest Du unter anderem ABS, Polycarbonat, Fiberglas, Carbon und Aramid. Das Material beeinflusst Fertigungsverfahren, Gewicht, Steifigkeit, Designmöglichkeiten und Preis. Es entscheidet aber nicht allein über die Schutzleistung: Konstruktion, EPS-Innenschale, Prüfstandard, Größe und korrekter Sitz sind mindestens ebenso wichtig.

Thermoplast: Polycarbonat, ABS und verwandte Kunststoffe

Thermoplastische Außenschalen werden meist im Spritzgussverfahren hergestellt. Kunststoffgranulat wird erwärmt und unter Druck in eine Form gebracht. Über Materialmischung und Additive können Hersteller Eigenschaften wie Zähigkeit, Schlagfestigkeit, UV-Beständigkeit und Oberflächenqualität beeinflussen. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Polycarbonat, ABS und Polyamid; manche Werkstoffe werden zusätzlich unter Markennamen wie Lexan angeboten.

Typische Vorteile:

  • effiziente, gut reproduzierbare Fertigung und dadurch oft ein attraktiver Preis,
  • robuste Alltagseigenschaften und gute Formbarkeit,
  • je nach Konstruktion sehr gute Schutzwerte innerhalb der jeweiligen ECE-Prüfung.

Darauf solltest Du achten:

  • Gewicht und Schalendicke können je nach Modell höher ausfallen als bei aufwendig optimierten Verbundschalen.
  • Verwende zur Reinigung nur Mittel, die der Hersteller ausdrücklich erlaubt.
  • Lack, Airbrush, aggressive Reiniger, Lösungsmittel oder ungeeignete Klebstoffe können Oberfläche oder Material beeinträchtigen.
  • Aufkleber und Lackierungen sind nicht pauschal verboten, aber nur nach ausdrücklicher Herstellerfreigabe sinnvoll.

Faserverstärkte Kunststoffe: Fiberglas, Carbon und Aramid

Bei faserverstärkten Schalen werden Fasern in eine meist duroplastische Harz- beziehungsweise Kunststoffmatrix, zum Beispiel auf Epoxidharzbasis, eingebettet. Je nach Hersteller kommen Gewebe, Matten oder Hybridlagen zum Einsatz. Die Fertigung ist aufwendiger als einfacher Spritzguss und erlaubt es, Faserrichtung, Materialmix und Wandstärke gezielt auf Belastung, Gewicht und Form abzustimmen.

Typische Vorteile:

  • hohes Verhältnis von Festigkeit beziehungsweise Steifigkeit zu Gewicht,
  • viele Möglichkeiten zur lokalen Verstärkung und zum Materialmix,
  • bei professioneller und freigegebener Ausführung oft bessere Möglichkeiten für individuelle Lackierungen.

Mögliche Nachteile:

  • aufwendigere Fertigung und dadurch häufig ein höherer Preis,
  • Carbonoptik oder Materialname allein garantieren weder geringes Gewicht noch bessere Passform oder höhere Schutzleistung.

GFK – glasfaserverstärkter Kunststoff

Glasfaserverbund wird umgangssprachlich oft Fiberglas genannt. Glasfasern sind im Vergleich zu Carbonfasern meist kostengünstiger und ermöglichen robuste Schalen mit ausgewogenem Verhältnis aus Zähigkeit, Steifigkeit und Preis. Entscheidend ist auch hier der gesamte Schalenaufbau – nicht nur die einzelne Faser.

CFK – carbonfaserverstärkter Kunststoff

Carbonfasern bestehen überwiegend aus Kohlenstoff und besitzen eine hohe spezifische Steifigkeit. Dadurch lassen sich leichte und formstabile Konstruktionen entwickeln. Wie schwer der fertige Carbonhelm tatsächlich ist, hängt aber von Schalengröße, Harzanteil, Verstärkungen, Visiermechanik, Innenausstattung und Gesamtaufbau ab. Ein niedriges Gesamtgewicht kann außerdem die Nackenmuskulatur auf langen Fahrten entlasten; wie stark, hängt vom kompletten Helm und nicht nur von der Faser ab. Die sichtbare Carbonstruktur sorgt zusätzlich für die hochwertige, technische Optik, die viele Fahrer suchen.

AFK – aramidfaserverstärkter Kunststoff

Aramidfasern sind unter Markennamen wie Kevlar bekannt. Sie werden häufig mit Glas- oder Carbonfasern kombiniert. In solchen Hybridverbunden können sie Zähigkeit, Reißfestigkeit und das Verhalten der Schale unter Belastung ergänzen. Welcher Materialmix verwendet wird, ist vom jeweiligen Hersteller und Modell abhängig.

Wie lange hält ein Motorradhelm?

Die alte Faustregel „Thermoplast drei bis fünf Jahre, Faserverbund zehn Jahre oder länger“ ist zu pauschal. Die zulässige beziehungsweise empfohlene Nutzungsdauer richtet sich nach Hersteller, Modell, Nutzung, Pflege, Lagerung und Zustand des gesamten Helms. Maßgeblich ist die Bedienungsanleitung. Innenpolster, Klebstoffe, EPS, Dichtungen und Verschlüsse altern ebenfalls – unabhängig vom Material der Außenschale.

Nach einem Unfall, einem harten Aufprall oder wenn Schäden, lose Teile, Verformungen oder eine deutlich verschlechterte Passform erkennbar sind, sollte der Helm nicht einfach weiterverwendet werden. Im Zweifel Hersteller oder Fachhandel prüfen lassen und die Austauschvorgaben des Herstellers befolgen.

Wie finde ich die richtige Motorradhelm-Größe?

Der richtige Motorradhelm sitzt fest, gleichmäßig und ohne schmerzhafte Druckpunkte. Helmgrößen und Innenformen sind nicht vollständig genormt. Zwei Helme mit derselben Größenangabe können sich deshalb deutlich unterschiedlich anfühlen. Kopfumfang, Kopfform, Wangenpolster und die Position des Stirnpolsters müssen zusammenpassen.

Kopfumfang richtig messen

Führe ein flexibles Maßband waagerecht um die breiteste Stelle des Kopfes – ungefähr ein bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen, oberhalb der Ohren und über den stärksten Punkt am Hinterkopf. Der Zentimeterwert ist Dein Ausgangspunkt. Vergleiche ihn immer mit der Größentabelle des konkreten Herstellers und Modells. Bei einem Grenzwert solltest Du beide infrage kommenden Größen probieren.

Trick 1: Den Helm mindestens 15 bis 20 Minuten probetragen

Setze den Helm nicht nur kurz auf. Manche Druckstellen an Stirn, Schläfen oder Hinterkopf werden erst nach mehreren Minuten spürbar. Trage ihn in normaler Kopfhaltung und achte darauf, ob der Druck gleichmäßig bleibt oder Schmerzen beziehungsweise Taubheitsgefühle entstehen.

Trick 2: Eng und stabil – aber nicht schmerzhaft

Ein neuer Helm darf straff sitzen. Er soll nicht frei auf dem Kopf gleiten oder sich unabhängig vom Kopf bewegen. „So eng wie möglich“ bedeutet jedoch nicht, Schmerzen auszuhalten. Starke punktuelle Druckstellen, Kopfschmerzen oder Taubheit sind ein Zeichen dafür, dass Größe oder Innenform nicht passen.

Trick 3: Prüfen, ob der Helm zu groß ist

Schüttle den Kopf mit geschlossenem Kinnriemen vorsichtig nach links und rechts. Der Helm sollte der Bewegung folgen und nicht deutlich zeitversetzt verrutschen. Halte die Helmschale zusätzlich fest und versuche, den Kopf darin zu drehen. Bewegt sich der Kopf weitgehend unabhängig vom Innenpolster, ist der Helm wahrscheinlich zu groß oder hat die falsche Kopfform. Prüfe außerdem nach Anleitung, ob er sich nach vorn oder hinten vom Kopf abrollen lässt.

Trick 4: Wangenpolster bewusst beurteilen

Die Wangenpolster sollen eng und flächig anliegen. Sie setzen sich bei der Nutzung meist noch etwas, wie stark ist jedoch modellabhängig. Ein leichtes Anheben der Wangen beim Bewegen des Helms ist normal. Du musst Dir nicht auf die Backeninnenseite beißen; schmerzhaftes Quetschen ist kein Qualitätsmerkmal. Bei vielen Modellen lassen sich Wangenpolster in anderen Stärken nachrüsten.

Trick 5: Stirn, Schläfen und Hinterkopf kontrollieren

Am oberen Kopf soll der Helm gleichmäßig anliegen. Das Stirnpolster ist häufig dünner als die Wangenpolster und gibt deshalb weniger nach. Ein leichter, gleichmäßiger Abdruck kann nach dem Probetragen vorkommen; klar schmerzhafte Druckspitzen oder anhaltende Kopfschmerzen sind nicht in Ordnung.

Trick 6: Kinnriemen und Verschluss richtig einstellen

Schließe den Kinnriemen bei jeder Anprobe. Er soll fest genug sitzen, dass der Helm nicht abgestreift werden kann, aber nicht in Kehlkopf oder Hals einschneiden. Stelle ihn genau nach der Anleitung des Herstellers ein und prüfe, ob Verschluss und Riemen flach, unverdreht und korrekt geführt sind.

Trick 7: Gleichmäßigen Druck und Kopfform vergleichen

Manche Helme sind innen eher rund, andere länglicher oder ovaler geformt. Ein Modell kann an der Stirn zu eng und an den Wangen zu weit sein – oder umgekehrt. Das lässt sich nicht immer durch eine andere Größe lösen. Wechsel dann zu einem anderen Modell oder Hersteller, dessen Innenform besser zu Deinem Kopf passt. Ein gleichmäßiger Sitz verbessert Komfort, Stabilität und die Wahrscheinlichkeit, dass der Helm im entscheidenden Moment korrekt positioniert bleibt.

Brillenträger-Tipp: Probiere den Helm immer mit Deiner eigenen Brille. Die Bügel dürfen nicht stark drücken oder das Sichtfeld verändern. Ein Brillenkanal kann helfen, ersetzt aber nicht die echte Anprobe.

Welcher Helmverschluss passt zu mir?

Der Helmverschluss hält den Motorradhelm bei einem Sturz in der vorgesehenen Position. Der beste Verschluss hilft jedoch nur, wenn der Kinnriemen geschlossen, unverdreht und korrekt eingestellt ist. Bei ECE-geprüften Helmen wird das Rückhaltesystem als Teil des gesamten Helms geprüft. Im Shop findest Du vor allem Doppel-D-, Ratschen- beziehungsweise mikrometrische und klassische Klickverschlüsse.

Doppel-D-Verschluss

Beim Doppel-D-Verschluss wird das freie Ende des Kinnriemens durch zwei D-förmige Metallringe geführt, zurückgeschlagen und festgezogen. Dadurch wird die Weite bei jedem Aufsetzen neu angepasst. Zum Lockern wird meist an einer roten Lasche gezogen. Doppel-D-Systeme sind im sportlichen Einsatz und Rennsport weit verbreitet; welche Verschlussart bei einer Veranstaltung verlangt wird, regelt das jeweilige Reglement. Statt ihn pauschal als „immer sichersten“ Verschluss zu bezeichnen, ist die korrekte Aussage: Er ist einfach aufgebaut, stufenlos einstellbar und bei richtiger Bedienung sehr zuverlässig.

Tipp: Viele Fahrer lassen den Riemen beim Absetzen in den Ringen eingefädelt und lockern ihn nur weit genug, um den Helm abzunehmen. Befolge dabei immer die Bedienungsanleitung Deines Modells und sichere das lose Riemenende wie vorgesehen.

Ratschenverschluss oder mikrometrischer Verschluss

Beim Ratschenverschluss wird eine fein gerasterte Lasche in das Schloss geschoben. Dadurch lässt sich der Kinnriemen schnell und in kleinen Schritten schließen. Zum Öffnen wird die Entriegelungslasche betätigt. Das System ist im Alltag, auf Tour und mit Handschuhen besonders komfortabel. Die Grundlänge des Riemens muss trotzdem passend eingestellt und regelmäßig kontrolliert werden.

Klickverschluss

Klassische Steck- oder Klickverschlüsse funktionieren ähnlich wie andere Gurtschlösser: Ein Gegenstück rastet im Schloss ein. Sie werden bei aktuellen Motorradhelmen seltener angeboten als Doppel-D- oder Ratschenverschlüsse. Entgegen der alten Formulierung sind solche Systeme nicht grundsätzlich „nicht einstellbar“ – die Riemenlänge wird normalerweise separat voreingestellt. Entscheidend ist, dass der Verschluss vollständig einrastet und der Gurt nicht zu locker bleibt.

Unsere Empfehlung: Wähle den Verschluss, den Du jedes Mal korrekt bedienen kannst und der zu Deinem Einsatz passt. Für Rennstrecke und Wettbewerbe musst Du zusätzlich die jeweiligen technischen Vorschriften beachten.

Wie ist ein Motorradhelm aufgebaut?

Ein moderner Motorradhelm besteht nicht nur aus zwei, sondern aus mehreren aufeinander abgestimmten Bauteilen. Außenschale, stoßdämpfende Innenschale, Komfortpolster, Kinnriemen, Verschluss, Visier und Belüftung übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Erst ihr Zusammenspiel ermöglicht Schutz, Stabilität, Sicht und tragbaren Komfort.

1. Harte Außenschale

Die Außenschale besteht je nach Modell aus Thermoplast oder Faserverbund. Sie soll die Helmform stabilisieren, Abrieb begrenzen, punktuelle Belastungen verteilen und das Eindringen von Gegenständen erschweren. Dabei darf sie nicht isoliert betrachtet werden: Eine extrem harte Schale allein würde die Aufprallenergie nicht ausreichend vom Kopf fernhalten.

2. Stoßdämpfende EPS-Innenschale

Unter der Außenschale sitzt eine Energieabsorptionsschicht, meist aus expandiertem Polystyrol (EPS). Je nach Helm besteht sie aus mehreren Dichten oder Zonen. Bei einem starken Aufprall verformt sich das Material kontrolliert und wandelt Bewegungsenergie in Verformungsarbeit um. Diese Verformung kann im Inneren entstehen, ohne dass außen ein deutlicher Schaden sichtbar ist. Deshalb darf ein Helm nach einem relevanten Aufprall nicht allein nach seinem äußeren Zustand beurteilt werden.

3. Komfortpolster und Wangenpolster

Das herausnehmbare oder fest verbaute Innenfutter sorgt für Sitz, Feuchtigkeitsmanagement und Tragekomfort. Wangenpolster stabilisieren den Helm seitlich. Bei vielen Modellen können Polster gewaschen oder in verschiedenen Stärken ersetzt werden. Sie sind jedoch kein Ersatz für eine grundsätzlich passende Helmschale und Kopfform.

4. Kinnriemen und Rückhaltesystem

Kinnriemen, Verankerungen und Verschluss verhindern, dass der Helm bei Belastung vom Kopf rutscht. Sie gehören zu den sicherheitsrelevanten Bauteilen und dürfen nicht gekürzt, verändert oder unsachgemäß repariert werden. Prüfe regelmäßig Gurtband, Nähte, Verankerungen und Schloss.

5. Kinnteil, Visier und Sichtfeld

Bei Integral- und vielen Endurohelmen ist das Kinnteil ein zentraler Teil der Schutzkonstruktion. Das Visier schützt Augen und Gesicht vor Fahrtwind, Insekten und Partikeln. Qualität, optische Klarheit, Verriegelung, Dichtung und Beschlagmanagement beeinflussen die Sicht. Bei Crosshelmen übernimmt meist eine geeignete MX-Brille den Augenschutz.

6. Belüftung, Sonnenblende und Kommunikationsvorbereitung

Lufteinlässe und Auslässe führen Wärme und Feuchtigkeit ab. Eine integrierte Sonnenblende kann bei wechselndem Licht praktisch sein. Aussparungen für Lautsprecher und vorbereitete Befestigungspunkte erleichtern die Montage kompatibler Kommunikationssysteme. Verwende Zubehör nur so, wie es der Hersteller für den Helm vorsieht; Bohren oder eigenmächtiges Verändern der Schale ist tabu.

Die Schutzwirkung entsteht also nicht dadurch, dass eine einzelne Schicht „wie ein Panzer“ arbeitet. Die Außenschale verteilt und begrenzt Belastungen, die EPS-Schicht verformt sich zur Energieaufnahme und das Rückhaltesystem hält den Helm am Kopf. Genau deshalb muss der komplette Helm intakt und passend sein.

Was bedeutet ECE 22.06 beim Motorradhelm?

ECE 22.06 ist die aktuelle Prüfserie der UN-Regelung Nr. 22 für Motorradhelme und Visiere. Sie legt fest, welche Prüfungen ein genehmigter Helm bestehen muss. Gegenüber der Vorgängerserie 22.05 wurden unter anderem zusätzliche Prüfkonstellationen, weitere Aufprallpunkte und die Berücksichtigung von Rotationsbeschleunigungen eingeführt.

In Deutschland verlangt § 21a StVO einen geeigneten Schutzhelm. Die Straßenverkehrs-Ordnung nennt dabei nicht einfach nur die Zeichenfolge „ECE 22.06“. Beim Neukauf ist 22.06 dennoch der aktuelle und sinnvolle Prüfstand, nach dem Du gezielt suchen solltest. Achte auf das Genehmigungsetikett im Helm und die Produktangaben. Mehr Hintergrund findest Du auf unserer Seite zur ECE-Pflicht.

P, J und P/J bei der Helmkennzeichnung

  • P: Schutzhelm mit geprüftem Kinnschutz; bei einem Klapphelm ist die geschlossene Position maßgeblich.
  • J: offener Helm ohne geprüften schützenden Kinnbereich, typisch für Jethelme.
  • P/J: Modularhelm, der für die entsprechend geprüften offenen und geschlossenen Konfigurationen zugelassen ist.

Die Kennzeichnung sagt nichts darüber aus, ob der Helm Deiner Kopfform entspricht. Ein normgeprüfter Helm schützt nur dann wie vorgesehen, wenn Größe, Sitz, Kinnriemen und Nutzung stimmen. Auch nachträglich montiertes Zubehör sollte ausdrücklich für das Modell vorgesehen beziehungsweise freigegeben sein.

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Ein guter Motorradhelm verbindet geprüfte Konstruktion mit einer stabilen, gleichmäßigen Passform. Miss deshalb zuerst Deinen Kopfumfang, beachte die Größentabelle des Herstellers und teste den Helm ausreichend lange. Design und Marke dürfen Deinen Stil zeigen – entscheidend bleibt, dass der Helm zu Deinem Kopf und zu Deinen Fahrten passt.

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